Start Gartentipps Der Garten im Winter – das sollten Sie beachten!

Der Garten im Winter – das sollten Sie beachten!

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Wurden im Herbst alle nötigen Vorkehrungen getroffen, reicht für den Garten im Winter meist gelegentliches Nachsehen, ob alles seine Ordnung hat. Hier und da werden vielleicht noch ein paar besondere Hilfestellungen nötig. Extreme Temperaturabfälle oder -schwankungen können allerdings flexibles Eingreifen nötig machen.

Kontrollieren Sie die winterlichen Frostschutzmaßnahmen - Garten im Winter
Kontrollieren Sie die winterlichen Frostschutzmaßnahmen – Garten im Winter

Garten im Winter – Kübel- und Teichpflanzen

Regelmäßig sollten Sie nach pflanzlichen Überwinterungsgästen im Haus sehen, also nach Kübel- oder Teichpflanzen sowie Knollen und Zwiebeln von Dahlien und Co. Je nach Pflanze fällt dann zurückhaltendes Gießen oder eventuell das Nachfüllen von Wasser an. Gelegentliches Lüften bei frostfreiem Wetter ist empfehlenswert. Welke Blätter sollten ebenso entfernt werden wie erkrankte oder gar faulende Pflanzenteile.

Winterschutz noch intakt?

Draußen genügt es, ab und an zu prüfen, ob der Winterschutz noch intakt ist. Kontrollieren Sie bei dicken Laubschichten oder -umhüllungen, ob sich eventuell Schimmel bildet, und entfernen Sie befallene Partien. Umhüllungen oder Bindungen, die die Pflanzen einschnüren, müssen gelockert werden. Zuweilen heben sich im Herbst gepflanzte Gehölze und Stauden infolge der Bodenbewegung, die durch frierendes und wieder tauendes Bodenwasser verursacht wird. Dann sollten Sie die Erde rund um die Pflanzen gründlich andrücken bzw. festtreten.
Besondere Aufmerksamkeit verlangen die Immergrünen, da sie bei gefrorenem Boden kein Wasser aufnehmen können. Deshalb wird es manchmal nötig, sie an frostfreien Tagen zu gießen.

Vorsicht vor Schneelasten

Der berüchtigte Astbruch durch Schneelasten kommt zwar relativ selten vor. Es kann dennoch nichts schaden, die weiße Pracht vor allem von dünneren Ästen und Zweigen herabzufegen, ebenso dicke Schneeauflagen von Heckenkronen. Ansonsten wirkt sich Schnee als isolierende Schicht eher positiv aus. Der Rasen sollte allerdings bei Schneebelag möglichst gar nicht betreten werden, ebenso wenig bei anhaltender Winternässe. Vorsicht schließlich beim Umgang mit Streusalz auf Flächen und befestigten Wegen: Es kann deutliche Pflanzenschäden verursachen. Zumindest im Garten und auf angrenzenden Gehwegen sollte gegen Glätte möglichst nur Splitt oder Sand eingesetzt werden.

Der Garten im Winter – Wettereinbrüche und -umschwünge

Es erweist sich oft als günstig, wenn man noch etwas Winterschutzmaterial für besonders harte Zeiten reserviert: Zuweilen kommt es nochmals zu einem starken Temperaturabfall, bei dem man die bereits ausgebrachte Abdeckung erneuern bzw. verstärken oder auch robustere Pflanzen erstmals schützen muss. Besonders gefährlich sind die Kahl- und Strahlungsfröste bei schneefreiem Boden und wolkenlosem Nachthimmel, die oft mit sonnigem Tageswetter kontrastieren. Ebenso führen plötzlich auftretende Nord- und Ostwinde häufig zu einem rapiden Temperaturabfall.

Solche Frosteinbrüche haben teils gravierende Auswirkungen, wenn ihnen eine ausgeprägt milde Phase voranging. Entsprechende Wechsel, etwa zwischen dem Weihnachtstauwetter und frostiger werdenden Temperaturen im Januar, gehören zum altbekannten Wettergeschehen. Sie scheinen aber in neuerer Zeit zuzunehmen, wobei vor allem die Warmphasen oft schon mitten im Winter regelrecht frühlingshaft sind. Wenn solch ein „Scheinfrühling“ länger anhält, sollten Sie dicke Winterabdeckungen zwischenzeitlich entfernen, um nicht noch zusätzlich vorzeitigen Austrieb anzuregen. Folgt ein Temperatureinbruch, muss das Material jedoch umgehend wieder aufgebracht werden. Auch wenn es dann tatsächlich auf den Frühling zugeht, ist solch ein „Winterschutzmanagement“ empfehlenswert. Dicke Abdeckungen werden allmählich gelockert und schließlich ganz entfernt, wenn die ersten Knospen und Triebspitzen erscheinen. Trotzdem sollte man weiterhin etwas Schutzmaterial bereithalten –sogar noch bis Mitte Mai. Hier lassen sich insbesondere Vliese und Sackleinen gut einsetzen.

Winterernte mit Fingerspitzengefühl

Ein spätherbstliches und winterliches Auf und Ab der Temperaturen setzt auch dem letzten Obst und dem Wintergemüse stark zu – oft weit mehr als Fröste allein. Gehen Sie deshalb auf Nummer Sicher, und ernten Sie im Zweifelsfall früher, wenn sich häufig feuchtwarmes und frostiges Wetter abwechseln. Lassen Sie gefrorenes Erntegut jedoch an der Pflanze, bis es draußen wieder aufgetaut ist. Denn nach Berührung „zermatschen“ gefrorene Pflanzenteile in der warmen Küche schnell.

Bild: 123RF

Der Beitrag „Garten im Winter“ ist aus diesem Buch:
© Gräfe und Unzer Verlag/ Autoren: Hensel/Jany/Kluth/Mayer/Späth

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Joachim Mayer/ Wolfgang Hensel/ Christof Jany/ Silke Kluth/ Martin Späth/ Claus Heuvemann

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Die Autoren

Joachim Mayer, gelernter Gärtner und Diplom-Agraringenieur, ist seit vielen Jahren als Garten- und Naturjournalist tätig.

Dr. Wolfgang Hensel ist Botaniker und arbeitete viele Jahre in Forschung und Lehre. Heute ist er als freier Autor und Übersetzer tätig und hält Kurse und Vorträge über verschiedenste gärtnerische, botanische und ökologische Themen.

Christof Jany, Diplom-Ingenieur (FH) der Landespflege und gelernter Gärtner, arbeitet heute als selbstständiger Planer. Er plant private Gärten und öffentliche Freiräume und führt Projektarbeiten mit Kindern und im Bereich Landart durch.

Silke Kluth, Diplom-Ingenieurin Gartenbau, ist seit vielen Jahren als Redakteurin tätig. Heute ist sie selbstständige Fachjournalistin für verschiedene Gartenzeitschriften wie Flora, Gärtnern leicht gemacht, Lisa usw.

Martin Späth, Diplom-Ingenieur der Landespflege, arbeitet seit vielen Jahren selbstständig und ist mit der Anlage und Pflege von privaten und öffentlichen Gärten vertraut.

Claus Heuvemann ist gelernter Gärtner und Diplom-Ingenieur der Landschaftsarchitektur. Er arbeitete in verschiedenen Planungsbüros sowie selbstständig als Planer und Autor und ist heute für eine große internationale Baumschule tätig

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