Start Gartentipps Gaumenfreude Die natürliche Kraft der Pflanzen: So beeinflussen sekundäre Pflanzenstoffe die menschliche Gesundheit

Die natürliche Kraft der Pflanzen: So beeinflussen sekundäre Pflanzenstoffe die menschliche Gesundheit

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Pflanzen und Gesundheit | © panthermedia.net / Mykola Lunov

Sekundäre Pflanzenstoffe gelten schon seit Längerem als wahre Wundermittel. Sie sollen das Immunsystem stärken, vor Herz-Kreislauf-Krankheiten schützen und sogar Krebs vorbeugen können. Was steckt wirklich hinter diesen Versprechungen? Kann der Mensch tatsächlich von den pflanzlichen Bestandteilen profitieren? Wir geben euch im Folgenden Antworten auf diese und weitere Fragen zum Thema.

Was sind sekundäre Pflanzenstoffe?

Vom Begriff „sekundärer Pflanzenstoff“ haben mit Sicherheit schon viele gehört, doch nur die wenigsten wissen, was sich wirklich hinter der Bezeichnung versteckt. Im Allgemeinen sind sekundäre Pflanzenstoffe bestimmte chemische Verbindungen, die nur in speziellen Zelltypen hergestellt werden und weder im Energiestoffwechseln noch im anabolen oder im katabolen Stoffwechsel gebraucht werden. Um es vereinfacht auszudrücken, bedeutet dies, dass sie für die Pflanze nicht zwangsläufig lebensnotwendig sind – sie nehmen aber trotzdem wichtige Aufgaben ein.

Bislang sind etwa 100.000 verschiedene sekundäre Botenstoffe bekannt, wovon 5.000 bis 10.000 in der menschlichen Ernährung vorkommen. Sie sind beispielsweise in vielen Arten von Gemüse, Obst, Kartoffeln, Hülsenfrüchten, Nüssen sowie in Vollkornprodukten enthalten. In jeder Obst- und Gemüseart findet sich eine andere Zusammensetzung dieser kleinen Helfer. Aufgrund ihrer chemischen Struktur und ihrer funktionellen Eigenschaften werden die sekundären Pflanzenstoffe in verschiedene Gruppen eingeteilt: Zu den wichtigsten Gruppen zählen Carotinoide, Flavonoide, Glucosinolate, Phenolsäuren, Phytosterole und Sulfide.

Die Funktionen der einzelnen Stoffe für die Pflanze sind äußerst unterschiedlich: Viele dienen als Farb-, Duft- oder Aromastoffe und haben etwa Aufgaben wie das Anlocken von Insekten oder das Abwehren von Schädlingen. Andere regulieren das Pflanzenwachstum oder fungieren als Membranbaustoff. Vielen bekannt ist zum Beispiel das Sulfid Allicin, welches im Knoblauch für den beißenden Geruch verantwortlich ist. Das Carotinoid Lycopin hingegen sorgt für die rote Farbe von Tomaten.

Inwiefern kann der Mensch davon profitieren?

Mensch und Natur | © panthermedia.net / Viktor Cap
Mensch und Natur | © panthermedia.net / Viktor Cap

Neben einer gesunden und ausgewogenen Ernährung ist es durchaus empfehlenswert, einzelne Pflanzenstoffe in Form von Nahrungsergänzungsmitteln aufzunehmen. Diese stellen zwar keinen Ersatz zu frischen Lebensmitteln dar, aber dienen als zusätzlicher Energielieferant und präventiver Krankheitsvorbeuger. Hochwertige Ergänzungsmittel erkennt man an einer Herstellung, die auf vegane Weise und ohne das Beifügen von Zusatzstoffen vonstatten geht – Gluten, Gentechnik und Laktose sollten strikt vermieden werden. Wenn man die Verzehrempfehlung des Herstellers beachtet, unterstützen solche natürlichen Produkte die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen.

Doch sekundäre Pflanzenstoffen schützen nicht nur Pflanzen vor Krankheiten und anderen Dingen – auch Menschen können von ihnen profitieren. Sie zählen zwar nach bisherigen Erkenntnissen nicht zu den essenziellen Nährstoffen, haben aber großen Einfluss auf eine Vielzahl der menschlichen Stoffwechselprozesse. Es werden ihnen verschiedene gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben, so etwa neurologische, entzündungshemmende und antibakterielle Effekte. Sie sollen sogar unsere natürliche Schönheit von innen heraus unterstützen können.

Die Gruppe der Carotinoide ist in den meisten rot- und gelbfarbigen Früchten zu finden. Sie ist dafür bekannt, antioxidativ und immunmodulierend zu wirken und man assoziiert sie zudem mit einem verringerten Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und altersbedingte Augenschädigungen. Dem Beta-Carotin, einer bioaktiven Substanz aus dieser Gruppe, wird eine krebsvorbeugende Wirkung zugeschrieben. Ähnliche Effekte haben auch die Flavonoide, welche in fast allen Obst- und Gemüsearten zu finden sind. Sie schützen vor einem Herzinfarkt, töten Krankheitskeime ab und stärken das Immunsystem. Darüber hinaus haben sie antioxidative und antithrombotische Folgen.

Sulfide verleihen Zwiebeln, Schnittlauch und Co. ihren typischen scharfen Geschmack. Sie fördern die Verdauung und können vor Magen- und Dickdarmkrebs schützen. Zusätzlich beugen sie Cholesterinablagerungen in den Arterien vor, erweitern die Blutgefäße und senken den Blutdruck. Cholesterolsenkend wirken auch die Phytosterole, welche vorrangig in Nüssen und Hülsenfrüchten vorhanden sind und die Cholesterinkonzentration im Blut verringern. Die Gruppe der Glucosinate dagegen regt die körpereigene Entgiftung an und mindert die Entstehung von Magengeschwüren. Sie befindet sich in allen Kohlarten sowie in Radieschen und Kresse.

Wie kann man sekundäre Pflanzenstoffe zu sich nehmen?

Die Hauptaufnahme sekundärer Pflanzenstoffe findet im Verbund regulärer Lebensmittel statt. Um in den Genuss einer Vielzahl von Botenstoffen zu kommen, sollte man möglichst farbig essen: Rote, orange, gelbe und blaue Früchte, vielfältige Wurzelgemüsearten, violettes Blattgemüse und grüne Salate sind die idealen Botenstofflieferer. Bestenfalls verzehrt man mindestens fünf Portionen verschiedener Obst- und Gemüsesorten pro Tag.

Damit die positiven Eigenschaften der Lebensmittel so effektiv wie möglich genutzt werden können, sollten die Lebensmittel frisch und vor allem auch reif sein. Eine trockene, kühle und dunkle Lagerung ist Pflicht, denn nur so gehen die wichtigen Energiestoffe nicht bereits vor dem Verzehr verloren. Sogar Tiefkühlprodukte, Konserven, Trockenfrüchte und Säfte liefern viele sekundäre Pflanzenstoffe, sofern sie mit schonenden Verarbeitungsmethoden hergestellt wurden.

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