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Guerilla Gardening: Begrünung von Stadtflächen

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Guerilla Gardening: Blüten mitten in der Stadt
Guerilla Gardening – Blütenbeet

Was ist Guerilla Gardening?

Im Gegensatz zum Urban Gardening, welches heutzutage anerkannt und gesellschaftlich akzeptiert ist, war das Guerilla Gardening ursprünglich eine Form des politischen Protests. Bei der Aussaat von Pflanzen auf Flächen des öffentlichen Raums in den Großstädten konnten so z.B. Blumen als Zeichen des Friedens oder Dornenhecken als Zeichen des Widerstandes eingesetzt werden. Auch die illegale Bewirtschaftung von Brachland, das Begrünen von Wohndächern, Grünstreifen und Hinterhöfen gehören zum Guerilla Gardening.

Ein weiterer Aspekt, der mit der Ideologie des Urban Gardenings vereinbar ist, ist die autonome Versorgung oder ergänzende Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln. Oft spielen auch ökologische Interessen eine Rolle.

Samenbomben zur heimlichen Aussaat

Bei der heimlichen Aussaat werden sogenannte Samenbomben genutzt. Dabei handelt es sich um Kugeln aus Erde, Ton und Saatgut. Diese können unauffällig an den entsprechenden Ort fallen gelassen werden und keimen später aus. Auch das Bespritzen von Betonpfeilern und Wänden mit einer Mischung aus Moos und Buttermilch ist eine Form des Guerilla Gardenings. Bei günstigen Bedingungen wird die Oberfläche so begrünt.

Auch in Deutschland gibt es diese Form des Protests. In Berlin, z.B. in Kreuzberg, Prenzlauer Berg und Friedrichshain, werden Tulpen, Chrysanthemen und Blattsalat in jede asphaltfreien Ecke gepflanzt. Ob es sich dabei um ökologische oder künstlerische Ansprüche oder gar um politischen Protest handelt, sei dahingestellt. Hierzulande wird der gärtnerische Freigeist jedoch weitestgehend toleriert. Den Passanten ist es egal, einige freuen sich gar über die hübschen Fleckchen Gartenparadies mitten im Asphaltdschungel.

Guerilla Gardening an Mauern, Brachflächen und Bäumen

Guerilla Gardening ist nicht organisiert. Zwar gibt es im Internet zahlreiche Anleitungen und Ideen, doch die Umsetzung wird von Einzelnen durchgeführt. Daher gibt es auch keine flächendeckenden Gartenlabyrinthe, sondern lediglich das eine oder andere Kleinod in der Stadt zu entdecken. Dabei gehören nicht nur Brachflächen zu den bevorzugten Flächen für die heimliche Anpflanzung. Oft werden auch Mauern bepflanzt, Hängetöpfe in Bäume gehangen und Baumscheiben bepflanzt. Dabei handelt es sich um den Bereich um den offenen Fuß eines Baumes. Bei letzterem wird zunächst der Boden aufgebessert, der durch fehlende Pflege oft verdichtet ist. Anschließend werden Blumen und Stauden gepflanzt. Das Mikroklima wird dadurch verbessert, der Boden durchlüftet und ein Schutzwall für den Baum aufgebaut, der Hundeurin und Rindenverletzungen verhindert. Außerdem werden durch die Schaffung von Kleinstlebensräumen zahlreiche Insekten angelockt. Achten Sie beim nächsten Stadtspaziergang ruhig mal darauf, was alles so auf den Straßen wächst.

Hier finden Sie Beispiele für Guerilla Gardening.

Texte Gartentipps: IR, Bild: 123RF

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