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Marienkäfer-Quartier für kalte Witterungsperioden

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Der Nützling im Garten-Marienkäfer fliegt
Der Nützling im Garten: ein Marienkäfer fliegt.

Das Volk der Käfer ist riesig. Auch unter ihnen finden sich Arten, die dem Gärtner bei der Schädlingsbekämpfung tatkräftig zur Hand gehen. Mit einfachen Mitteln können Sie dafür sorgen, dass sich diese Käfer und auch die nächtlichen Ohrwürmer bei Ihnen wohlfühlen.

Käfer erfahren Sympathie – vielleicht, weil viele von ihnen in ihrer Langsamkeit gemütlich wirken und sie uns im Allgemeinen weder stechen noch beißen.

Allgemein beliebt: Marienkäfer

Viele sehen in dem roten, schwarz gepunkteten Käfer einen Glücksbringer, und für die Gartenfreunde ist der Marienkäfer ein unverzichtbarer Helfer beim Gärtnern ohne Gift. Marienkäfer entwickeln einen ungeheuren Appetit auf Blattläuse. 100–150 davon frisst ein hungriger Siebenpunkt-Marienkäfer pro Tag. Auch zu Spinnmilben oder Schildläusen sagen die Marienkäfer nicht nein, als Abwechslung zwischendurch. Erwachsene Käfer fressen gern auch etwas Pollen und Nektar, ihre Larven hingegen halten überhaupt nichts von vegetarischer Ernährung. Sie bleiben bei Läusen als Futter. Das Marienkäfer-Weibchen legt seine Eier im Mai oder Juni in kleinen Grüppchen an die Unterseite von Blättern. Insgesamt können es bis zu 1 500 Eier sein. Schon nach etwa einer Woche schlüpfen die Larven.

Eine typische Marienkäferlarve ist ein walzenförmiges grauschwarzes Tier mit einigen gelben oder weißen Flecken. Sie trägt am ganzen Körper mit Borsten besetzte Warzen, ist also wahrlich kein Ausbund an Schönheit. Aber in puncto Gefräßigkeit kann sie mit ihren Eltern durchaus mithalten. Immerhin befreit eine solche Larve den Garten im Lauf ihrer vier- bis sechswöchigen Entwicklungszeit von rund 400–500 Blattläusen.

Die jungen Marienkäfer setzen ihren Feldzug gegen die Blattläuse fort, bis das Gartenjahr zu Ende geht und die Tage kalt werden. Dann suchen sie sich, meist in Gruppen, eine geschützte Stelle, um dort den Winter zu verbringen. Gern dringen sie dazu auch in Häuser ein.

Sie können den Marienkäfern in Ihrem Garten über nasskalte Witterungsperioden und über den Winter helfen, indem Sie ihnen an einem geschützten Platz ein Kästchen zum Hineinkriechen bereitstellen. Solch ein Quartier für die gepunkteten Freunde hat für den Gärtner doppelten Nutzen: Zum einen überstehen viele Marienkäfer die kalten Monate, zum anderen können Sie Ihre Marienkäferschar mitsamt dem Häuschen gezielt dort im Garten positionieren, wo Sie gerade deren Hilfe gegen eine Blattlausinvasion benötigen.

Info Glühwürmchen

Auch die Glühwürmchen zählen zu den Nützlingen. Während die erwachsenen Leuchtkäfer, wie Glüh- oder Johanniswürmchen korrekt heißen, überhaupt keine Nahrung mehr aufnehmen, krabbeln ihre Larven nachts über den Boden und jagen Nackt- und Gehäuseschnecken. Die Beutetiere können bis zu 200-mal so schwer sein wie sie selbst. Die Larve lähmt die Beute mit einem Giftbiss und zerrt sie in ein Versteck. Dann kann es Tage dauern, bis sie ihre fette Beute verzehrt hat. Einer Schneckeninvasion können Glühwürmchen nicht Einhalt gebieten. Aber immerhin, sie leisten ihren Beitrag.

Ein Quartier für den Marienkäfer
Ein Quartier für den Marienkäfer

Marienkäfer Quartier

Sie brauchen:

1 Brett: 80 × 40 × 2 cm • 1 Winkelleiste, Schenkelbreite 2,5 cm: 13,5 cm • 1 Holzlatte, 4,5 × 2 cm: ca. 1,3 m • 18 Nägel: 35 mm lang • 2 Schrauben: 3,5 × 35 mm • Holzleim • Farbe: rot, weiß, schwarz • Schablonierpinsel • Füllung: Holzwolle, Stroh oder trockenes Laub

Bauanleitung für das Marienkäfer-Häuschen

· Alle Teile zusägen. In den Boden gleichmäßig verteilt neun Löcher (Ø 1 cm) bohren. In alle Seitenwände entlang des unteren Rands je zwei bis drei Löcher (Ø 1 cm) bohren. Die Oberkanten der rechten und linken Seitenwand anschrägen, damit später das Dach besser aufsitzt.

· Bauen Sie Boden und Wände laut Skizze zusammen. Leimen Sie Dachflächen und Winkelleiste zusammen. An die Unterseite jeder Dachfläche, 3 cm von der Giebelkante entfernt, kleben Sie je zwei 1 cm große Stückchen der Holzlatte. So verrutscht das Dach nicht.

· First und Wände außen rot anmalen, das Dach weiß. Mit dem Schablonierpinsel schwarze Punkte auf das Häuschen tupfen.

· Schrauben Sie die Holzlatte an einer der Giebelseiten an. Spitzen Sie sie unten zu, dann lässt sie sich leichter in die Erde stecken.

· Nun noch das Häuschen mit trockenem Füllmaterial locker füllen und das Dach daraufsetzen. Fertig! Lassen Sie das Häuschen das ganze Jahr über im Garten. Falls auch einmal Ohrwürmer hinein­krabbeln, ist das kein Problem – es stört die  Marienkäfer nicht.

Tipp

Stecken Sie das Marienkäfer-Häuschen in ein sonniges oder halbschattiges Blu­menbeet, am besten zwischen Pflanzen, die besonders oft von Blatt­läusen befallen werden. Regelmäßiges Reinigen ist nicht nötig, nur die Füllung sollte man jährlich erneuern.

 

Alle Texte und Fotos sind aus diesem Buch:

(© Gräfe und Unzer Verlag / Anke Schütz, Marienkäfer: Gräfe und Unzer Verlag / Shutterstock)

Helga HofmannNisthilfen-Insektenhotels zum selber machen

Nisthilfen, Insektenhotels & Co selbermachen

Die besten Ideen, um Nützlinge im Garten und auf dem Balkon anzusiedeln

Reihe: GU Garten Extra

128 Seiten, ca. 200 Farbfotos und Farbzeichnungen/Bauanleitungen

Format 17,0 x 23,5 cm, Softcover mit Extraheft zum Heraustrennen

16,99 € (D) / 17,50 € (A) / 24,50 € (sFr)

ISBN: 978-3-8338-3790-6

Erscheinungstermin: 1. September 2014

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Balkon und Garten als zu Hause für Nützlinge – hier gibt es konkrete Bauskizzen und Vorlagen zum Selbermachen

Wer einen Igel in seinem Garten beherbergt, kann sich glücklich schätzen. Die Tiere sind nicht nur putzig anzusehen, ihr Appetit auf Larven, Schnecken und andere pflanzenfressende Plagegeister ist ein wahrer Segen. Doch wie lockt man sich einen solchen Nützling am besten an? Nisthilfen, Insektenhotels & Co selbermachen von Helga Hofmann hält die besten Tipps sowie Bauskizzen und Vorlagen zum Selbermachen bereit. Der Ratgeber ist nicht nur ideal für alle, die sich für ein naturnahes Gärtnern entschieden haben. Auch Bastelfreunde kommen hier voll auf ihre Kosten.

Ein Garten ist ein kleines Ökosystem für sich mit einer vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt. In einer Ecke blühen vielleicht Rosen, in einer anderen gibt es Gemüsebeete und mitten in der Wiese steht ein Apfelbaum. Schmetterlinge flattern von einer Blüte zur anderen und machen sich als Bestäuber nützlich. In ihrem Ratgeber erklärt die Autorin, wie man Gärten so anlegt, dass sie Nützlingen vom Marienkäfer, der die ungebetenen Blattläuse auf den frischen Austrieben in Schach hält, über die Kohlmeise bis hin zur Fledermaus ein Zuhause bieten. Kurzporträts vermitteln spannendes Wissen über die Lebensweise von Nützlingen und die Zusammenhänge im Naturkreislauf.

Den Hauptteil des Buches bilden 30 konkrete Bauanleitungen für Nisthilfen, Insektenhotels, Futterhäuschen und Unterschlüpfe für das ganze Spektrum an Insekten, Vögeln und Säugetieren, die man im Garten ansiedeln möchte. Die Skizzen und Vorlagen sind allesamt leicht nachzuvollziehen. Darunter sind auch schnelle Ideen, bei denen man nicht erst zu Hammer und Säge greifen muss. Und das Beste: Die fertigen Arbeiten sehen auch noch sehr dekorativ aus.

Alle Vorlagen sind zusätzlich als Download hier verfügbar. Ein Extraheft zum Heraustrennen enthält die Baupläne von 14 komplexeren Nisthilfen & Co. Nützliche Adressen, weiterführende Literatur und ein Register runden den Ratgeber ab.

Helga Hofmann ist promovierte Biologin. Sie arbeitete viele Jahre an der Universität München über ökologische Themen. Die leidenschaftliche Hobbygärtnerin hat zahlreiche Bücher verfasst, in denen sie leicht verständlich Kenntnisse über die heimische Tier- und Pflanzenwelt sowie ein größeres Verständnis für die Zusammenhänge in der Natur vermittelt. Bei GU hat sie neben zahlreichen Katzenbüchern die Naturführer „Garten-Vögel“, „Alpenblumen“, „Bäume und Sträucher“ und „Wildkräuter und Beeren“ verfasst.

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