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Kleine Schwimmteiche und Pools im Garten

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Schwimmanlagen bringen jeden Tag Urlaubsstimmung in den Garten und sind unverzichtbar, wenn man sein Grün als private Wellnessoase nutzen will. Die meisten von uns denken dabei vermutlich immer noch an türkisblaue Rechtecke. Dabei hat der traditionelle Swimmingpool in den vergangenen Jahren durchaus Konkurrenz bekommen. Schwimmteiche und Naturpools sind die chlorfreien Alternativen zu dem Klassiker und inzwischen auch weitaus beliebter.

Swimmingpool im Garten
Dieser 18 Quadratmeter große Pool reicht fast direkt ans Haus heran und fügt sich harmonisch in die linearen Beet- und Terrassensegmente ein.

Mit den Seerosen auf Augenhöhe schwimmen

Schwimmteiche sind die derzeit angesagteste Form, sich das Element Wasser ins Grün zu holen. Kein Wunder, denn zum einen fügen sie sich harmonischer in einen Garten ein als der stets ein wenig künstlich wirkende Pool. Zum anderen vereinen sie den Komfort des klassischen Pools mit der romantischen Aura eines natürlichen Teiches. Mit anderen Worten, man schwimmt auf Seerosenhöhe, ohne mit ihnen oder anderen pflanzlichen oder tierischen Wasserbewohnern in Berührung zu kommen. Auch auf den in einem natürlichen Teich völlig üblichen Bodenschlamm, der manchem Schwimmer unangenehm ist, wird man nicht treffen.

Badezone und Teich getrennt

Möglich wird dies, weil Badezone und Teich, obwohl auf den ersten Blick miteinander verbunden, in Wirklichkeit aber in zwei Bereiche gegliedert sind. Der Teil, der zum Schwimmen genutzt wird, ist dabei mit einer speziellen Folie ausgelegt, die stärker und belastbarer ist als die herkömmliche Teichfolie. Es gibt sie in unterschiedlichen Tönen von schwarz und braun über creme- und olivfarben bis hin zu türkis. Damit sich keine Nährstoffe ansetzen und folglich Algen bilden können, muss diese Folie stets glatt und sauber bleiben.
Dieser mit Folie ausgelegte Bereich sollte mindestens zwei Meter tief sein. Mehr Tiefe ist besser, denn größere Tiefen wirken sich wegen der geringeren Erwärmung günstiger auf die Funktionsfähigkeit des gesamten Schwimmteiches aus. Außerdem werden Schwimmer Wassertiefen vorziehen, bei denen sie nicht ständig in Bodenkontakt geraten.

Regenerationsbereich des Schwimmteiches

Schwimmteich im Garten
Es muss nicht immer rechteckig sein. Dieser kleine Schwimmteich punktet mit rundlichen, organischen Formen.

Im Gegensatz zu diesem pflanz- und erdfreien Bereich besteht der andere Teil des Schwimmteiches aus einem Flachwassergürtel, auf dem verschiedene Wasser-, Unterwasser- und Uferpflanzen wachsen. Zusammen mit zahlreichen Mikroorganismen bilden sie eine komplexe Lebensgemeinschaft, die dem Wasser Nährstoffe entzieht. Durch dieses perfekte Zusammenspiel von Flora und Fauna wird das Algenwachstum gebremst, das Wasser bleibt sauber, der Einsatz von Technik und Chemie ist unnötig, was vor allem Allergiker oder Menschen mit empfindlicher Haut oder empfindlichen Augen zu schätzen wissen.
Dieser Regenerationsbereich sollte mindestens die Hälfte der Teichfläche ausmachen. Dabei dient er nicht allein zur Reinigung des Wassers, sondern auch als eine Art Solarheizung. Denn die Sonneneinstrahlung sorgt in der flachen Vegetationszone für eine Erwärmung des Wassers, das auch dem Schwimmbereich zugutekommt. Die beiden Partien sind schließlich miteinander verbunden.
Damit der empfindliche Regenerationsbereich nicht gestört wird, ist dennoch eine Abtrennung von der Badezone nötig. Diese in der Regel dreißig bis fünfzig Zentimeter hohe Wand liegt unterhalb des Wasserspiegels. An ihr werden die Wellen der Schwimmer gebrochen, sodass das Substrat der Pflanzen sowie die angelagerten Nährstoffe nicht aufgewirbelt werden. Zudem verhindert sie, dass sich stark wachsende Wasserpflanzen im gesamten Teich ausbreiten und dass Pflanzsubstrat in den Schwimmbereich gelangt.

Pools: von naturnah bis Hightech

Als Weiterentwicklung des Schwimmteichs wurde in den vergangenen Jahren der Naturpool populär. Er erinnert in seiner meist geometrischen Ausrichtung stark an den traditionellen Swimmingpool und kommt wie dieser ohne Bepflanzung beziehungsweise ausgelagerter Bepflanzung aus. Anders als im Swimmingpool wird im Naturpool allerdings keine Chemie eingesetzt, denn die Wasseraufbereitung geschieht auf natürliche Weise. Mikroorganismen in einem Biofiltersystem machen’s möglich. Sie entziehen dem Wasser Phosphat und damit den Algen die Wachstumsgrundlage. Das Wasser wird dabei mit einer Pumpe aus der Schwimmzone durch das Filtersystem geleitet und von dort wieder zurück in den Schwimmbereich geführt. Das Ergebnis ist weiches, auf der Haut angenehmes Wasser und natürlich das Fehlen des oft als unangenehm empfundenen Chlorgeruchs eines Swimmingpools. Schwimmzone und Biofilter können getrennt im Garten untergebracht werden. Das Filtersystem kann beispielsweise unter einem Holzdeck verschwinden.

Naturpool im Garten
Der Naturpool liegt inmitten eines Atriums, eines umschlossenen Innenhofs, und bietet ein Höchstmaß an Privatheit.

Für Naturpools gibt es ebenfalls Fertigbecken im Handel, aber auch eine Auskleidung mit Folie ist möglich. Vielfach erprobt und bewährt haben sich im Schwimmteichbau mit Folie ausgekleidete Betonwände. Besonders elegant wirken Becken aus Edelstahl. Vor allem in formal oder sehr modern gestalteten Gärten sind sie stilistisch eine gute Alternative zu den raumgreifenden Schwimmteichen. Und das Beste: Sie lassen sich auch in kleineren Gärten verwirklichen. Darüber hinaus sind sie ebenso wie Schwimmteiche ganzjährig attraktiv. Swimmingpools kamen im Aufwind der Ökologiebewegung der 1980er-Jahre ein wenig aus der Mode: zu viel Chemie, zu viel Technik, zu viel Ressourcenverschwendung. Inzwischen kann man schon von einer Renaissance des Klassikers unter den Schwimmanlagen sprechen, denn die traditionellen Pools passen mit ihrer expliziten Künstlichkeit und ihrer Coolness gut in moderne, geometrisch ausgerichtete Designgärten.
Im Gegensatz zu Schwimmteich und Naturpool erfolgt die Wasseraufbereitung im klassischen Swimmingpool allerdings neben der Filterung durch den Einsatz chemischer Substanzen wie beispielsweise Chlor. Anders als zu früheren Jahrzehnten wird das Chlor jedoch heute besser dosiert und anders beigemischt, sodass das Ergebnis ein sauberes und weitgehend geruchsneutrales Wasser ist. Und auch die Energieeffizienz fällt inzwischen weitaus positiver aus, als dies zur Hochzeit der Swimmingpools in den 1960er- und 1970er- Jahren der Fall war. Insgesamt wird die Reinigung des Wassers durch ein komplexes System technischer Komponenten geregelt. Fertigbecken werden meist im Komplettset mit dem nötigen technischen Zubehör samt Unterwasserbeleuchtung, Heizung, Abdeckung und Treppenanlage angeboten.

Ein Pool ist nicht nur zum Schwimmen da

Apropos Zubehör: Wurden Swimmingpools in früheren Zeiten gern einfach mal dorthin gebaut, wo gerade Platz war, ist heute das Ambiente rund um den Pool mindestens genauso wichtig wie der Pool selbst. Auf kleineren Grundstücken ist er nicht selten das Herzstück des Gartens. Die Umgebung muss daher stimmen, denn schließlich wird man in der Regel wesentlich mehr Zeit am Pool als im Pool verbringen. Der Pool ist eben nicht nur zum Schwimmen da, sondern ein integraler Bestandteil des Gartens, der jederzeit attraktiv aussehen sollte. Für welche Variante auch immer man sich entscheidet, ist letztendlich nicht allein eine Geschmacks- oder Stilfrage, sondern auch eine der Gegebenheiten. Ein reiner Schwimmteich, der ohne technische Hilfsmittel funktioniert, braucht ein Areal von mindestens 120 Quadratmetern; mehr wäre besser. Je mehr Technik eingesetzt wird, desto kleiner wird der Flächenbedarf der Reinigungszone. Natur- und Swimmingpools funktionieren auch auf räumlich begrenzten Grundstücken. Wer allerdings zumindest ein paar Schwimmzüge machen möchte, sollte eine Beckengröße von mindestens 25 Quadratmetern wählen.
Für alle drei Varianten gilt, dass die Planung äußerst gewissenhaft durchgeführt werden muss, wenn das Ganze nicht im Desaster enden soll. Deshalb sollten unbedingt Fachfirmen hinzugezogen werden. Was den Unterhalt betrifft, so sind Schwimmteich und Naturpool im Vergleich zum Swimmingpool die günstigeren Varianten, allerdings erfordert ein Naturpool regelmäßige Pflege.

Text und Bilder sind aus diesem Buch:

© BLV / Daniela Toman

wasser-ideen-fuer-den-garten-blv-daniela-tomanMarion Lagoda / Daniela Toman

Wasser – Ideen für den Garten

Die Seele des Gartens

144 Seiten, 180 Farbfotos Laminierter Pappband

ISBN 978-3-8354-1548-5

€(D) 19.99 / €(A) 20.60 / sFr 28.50

München, September 2016

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Wasser – Ideen für den Garten

Die Seele des Gartens

Stehendes Wasser vermittelt Ruhe und Gelassenheit. Fließendes Wasser wirkt dynamisch und lebendig. Nicht nur in großen Gärten ist Platz für ein Wasserelement. Selbst einer Dachterrasse oder dem kleinen Vorgarten verleiht ein Brunnen oder ein Bachlauf das gewisse Etwas. Im Praxisbuch „Wasser. Ideen für den Garten“ (BLV Buchverlag) zeigt Autorin Daniela Toman die vielen Gestaltungsmöglichkeiten und hilft bei der Planung und Umsetzung im eigenen Garten. Menschen holten sich das Wasser seit jeher in ihre Gärten. Ein perfektes Zusammenspiel von Nützlichkeit, Technik und Ästhetik in puncto Wasser zeichnet alle Hochkulturen aus. Und dabei liefert uns die Wasserkunst vergangener Jahrhunderte nach wie vor Ideen für die Gestaltung unseres eigenen Grüns mit dem nassen Element. Die Rinnen und Kanäle in islamischen und maurischen Gärten, die Anlagen der Renaissance und des Barock, aber auch die der englischen Landschaftsgartenbewegung beeinflussen unser Empfinden, wie ein Teich, Bachlauf oder Brunnen in unserem Garten auszusehen habe, bis heute. Hinzugekommen ist in neuerer Zeit der eher symbolische Umgang mit Wasser in der japanischen Gartenkultur.

Daniela Toman zeigt die schönsten Ideen der verschienen Gartenstile in ihren Praxisideen und gibt hilfreiche Tipps wie die Umsetzung zum Erfolg wird. Daniela Toman ist Landschaftsgärtnerin und Diplom-Ingenieurin für Landschaftsarchitektur. Sie betreut seit vielen Jahren als Bauleiterin die Anlage von Privatgärten und plant diese als freiberufliche Gartengestalterin. Gemeinsam mit dem Gartengestalter Roland Lütkemeyer war sie am Aufbau der Premium-Marke „Gärtner von Eden“ beteiligt. Mehr Infos unter www.daniela-toman.de

Marion Lagoda schreibt seit vielen Jahren als freie Gartenjournalistin für Zeitschriften und Buchverlage. Nach ihrem Studium der Kunstgeschichte absolvierte sie ein Zeitungsvolontariat und arbeitete als Redakteurin.

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