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Pflanzenschnitt-Praxis mit Buchs-Spezial

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Pflanzenschnitt: Rosen schneiden
Schneiden Sie öfterblühende Rosen kurz vor dem Austrieb. Schneidet man zu früh, trocknen die Triebe oft ein.

Beim Pflanzenschnitt ist es sehr wichtig verschiedene Schnittzeiten zu beachten

Den idealen Schnittzeitpunkt für alle Gehölze gibt es nicht. Je nach Blütenbildung, Wuchsrhythmus und Empfindlichkeit müssen Sie die Schnittzeiten differenzieren. So gibt es von Januar bis Ende September immer etwas mit der Schere im Garten zu tun.

Nicht vor Januar schneiden

Grundsätzlich gilt beim Pflanzenschnitt, dass Sie zwischen Oktober und Mitte Januar auf den Schnitt verzichten sollten. Wenn Sie zu dieser Zeit schneiden, können von der Schnittstelle ausgehend einzelne Knospen oder ganze Triebe erfrieren. Auch bei Frost unter –5 °C sollten Sie niemals schneiden, die Triebe sind dann gefroren und brechen an oder unterhalb der Schnittstelle aus.

Pflanzenschnitt: Wie oft schneiden?

Grundsätzlich ist es von Vorteil, jedes Jahr zu schneiden. Vor allem Gehölze, deren Blüten- und Fruchtholz schnell altert, bleiben durch einen regelmäßigen Schnitt vital. Dies gilt in erster Linie für Sträucher, die ihre Blütenknospen hauptsächlich an dies- oder einjährigen Trieben ausbilden, wie Clematis, Sommerflieder, Spiräen, Rosen, Beerenobst, Pfirsich, Aprikose und Sauerkirsche. Bei Gehölzen mit langlebigerem Blütenholz finden sich die besten Blütenknospen an zwei- bis dreijährigen Trieben. Beispiele sind Felsenbirne, Schneeball, Forsythie, Zierapfel, Apfel oder Süßkirsche. Bei ihnen ist ein Schnitt eigentlich nur alle drei bis vier Jahre nötig. Trotzdem sollte man sie jährlich schneiden, weil man dann relativ wenig schneiden und nur kleinere Triebe entfernen muss. Schneidet man dagegen nur alle paar Jahre, bilden sich bei großen Gehölzen starke Triebe. Kleine Sträucher werden sehr dicht und vergreisen schnell. Der Schnitt fällt dann viel massiver aus. Bei großen Sträuchern sind sogar oft aufwendige Sägearbeiten notwendig. Die Pflanzen reagieren mit starkem Wachstum. Es dauert zwei bis drei Jahre, bis sich wieder ein Gleichgewicht zwischen Wurzel und Krone einstellt und sich das Wachstum beruhigt.

Frühjahrsschnitt

Während man in Gegenden mit Weinbauklima ab Ende Januar mit dem Schnitt beginnen kann, wartet man in kälteren Regionen besser bis Ende Februar. Ab Ende Januar bis Mitte März baut sich der Saftdruck in den Gehölzen auf. Gleichzeitig sind längere Frostperioden seltener. Die Gefahr des Erfrierens wird geringer. Ein früher Schnitt in dieser Zeit regt das Wachstum stärker an als ein später Schnitt Ende März. Frostempfindliche Gehölze schneiden Sie besser erst im späten Frühjahr bei Austriebsbeginn. Dazu gehören Lavendel, Salbei, Sommerflieder und Pfirsich. In kühlen Lagen kann der Schnitt je nach Art bis in den April dauern.

 

Pflanzenschnitt: Gehölze schneiden wie Forsythie
Im Frühjahr blühende Gehölze schneiden Sie direkt nach der Blüte. Die nachwachsenden Jungtriebe bilden die Blütenknospen für das nächste Jahr.

Pflanzenschnitt: Nach der Blüte schneiden

Frühjahrsblüher legen ihre Blütenknospen schon im Vorjahr an. Wenn Sie diese Gehölze vor der Blüte schneiden, entfernen Sie einen Großteil der Blütenknospen. Forsythie, Felsenbirne, Spiräe und Mandelbäumchen schneidet man deshalb grundsätzlich direkt nach der Blüte. An den neu wachsenden Trieben entwickeln sich dann die Blütenknospen für das folgende Jahr.

Sommerschnitt

Unter dem Sommerschnitt versteht man Schnitte nach der Laubentfaltung von Juni bis Mitte September. Ein Sommerschnitt beruhigt das Wachstum: Es werden Blätter entfernt und deshalb weniger Reservestoffe gebildet. Der Austrieb im nächsten Frühjahr ist schwächer. Außerdem ist ein Sommerschnitt sehr pflanzenverträglich, denn nach der Blattentfaltung versiegt der Saftdruck fast völlig – ab Juni durchgeführte Schnitte bluten deshalb nicht. Die Wunden bleiben trocken. Und weil bei hohen Temperaturen der Stoffwechsel der Gehölze sehr aktiv ist, können sich Wunden jetzt schnell abschotten und sich vor Krankheitserregern schützen. Vor allem schnittempfindliche Gehölze sollte man deshalb nur im Sommer schneiden. Dazu gehören Ahorn, Aprikose, Goldregen und Walnuss.

 

 

Pflanzenschnitt: Buchs
Pflanzenschnitt: Buchs

Pflanzenporträt Buchs

Buxus-Arten und -Sorten

WUCHS dicht kugelig bis breit aufrecht

HÖHE 0,5–6 m

BLÜTEZEIT März–April

Buchs eignet sich nicht nur für Hecken, sondern auch sehr gut für sogenannte Formschnitte. Beide bauen Sie von Anfang an in Stufen auf (Abbildung links). Dadurch wird die Pflanze auch im Innern dicht verzweigt. In den ersten Jahren sind dafür bis zu vier Schnitte pro Jahr notwendig. Bei schwachwüchsigen Sorten reichen meist zwei Schnitte jährlich aus. Die geeignete Schnittzeit ist ab Mitte März bis Ende Juli, bei einem späteren Schnitt reifen Neutriebe nicht mehr aus. Durch den Schnitt gelangen innen wachsende Blättchen ans Licht. Um Sonnenbrand zu vermeiden, schneidet man nur in Phasen mit bedecktem Himmel.

Tipp Starke Seitentriebe, die sich mit der Heckenschere kaum schneiden lassen, entfernen Sie innen im Gehölz mit der Handschere. Für den Formschnitt empfiehlt sich eine Buchsheckenschere, mit der Sie kleine Formen gut herausarbeiten können.

Kugeln schneiden

Um eine Buchskugel zu formieren, schneiden Sie zuerst oben eine waagerechte Fläche. Von dieser Oberseite aus arbeiten Sie sich rund um die Pflanze nach unten. Wenn Sie beim Schneiden von oben auf die Kugel schauen, werden die Rundungen am gleichmäßigsten. Flachen Sie die Unterseite der Kugel etwas ab. Sie sieht dann aus, als sei sie etwas im Boden versunken, und wirkt harmonischer.

Mit Schablone schneiden

Um eine Figur erstmalig herauszubilden und anschließend in Form zu halten, leistet eine Schablone gute Dienste. Haben Sie mehrere Formgehölze der gleichen Gestalt im Garten, sind solche Hilfen sehr wertvoll. Für eine Pyramide bauen Sie ein Gerüst aus vier Bambusstäben, mit Querverbindungen aus Bambus oder Draht an der Basis. Für eine Kugel schneiden Sie aus Pappe eine Schablone mit einem halbkreisförmigen Loch und legen sie außen an die Pflanze an. Mit dem Schnitt führen Sie die Schablone Stück für Stück um die Kugel herum. Je öfter Sie eine Form schneiden, umso leichter geht es, weil Sie die Schnittkonturen gut erkennen.

Einfassungen

Für kleine Einfassungen verwenden Sie schwachwüchsige Buchssorten. Junge Hecken schneiden Sie bis zu dreimal jährlich, bei älteren reicht in der Regel ein Schnitt pro Jahr. Schneiden Sie die Hecke in Trapezform. Sie bleibt dann gleichmäßig dicht, weil auch die unteren Bereiche genug Licht bekommen. Um exakt zu schneiden, stellen Sie ein Brett in der gewünschten Höhe längs an die Hecke und schneiden oben an ihm entlang. Dann legen Sie ein schmales Brett (mit Löchern an den Enden) auf die Oberseite und fixieren es mithilfe von durch die Löcher gesteckten Stäben im Boden. Es gibt die Schnittkanten für die Seiten vor. Schneiden Sie erst innen und dann außen leicht schräg entlang.

Pflanzenschnitt – Sträucher

Frei wachsende Buchssträucher lichten Sie nur aus, wenn sie zu groß werden. Lenken Sie die längsten Triebe innen im Gehölz auf kürzere Seitentriebe um. So bleibt die Schnittstelle unsichtbar.

Verjüngungsschnitt

Wollen Sie Buchs bis ins alte, unbelaubte Holz verjüngen, schneiden Sie beim Austrieb im April. Zu früh oder im Herbst verjüngte Triebe trocknen oft weit zurück. Bei Hecken stirbt oft die ganze Pflanze ab.

 

© GU/Hansjörg Haas

Alle Texte und Bilder zum Thema Pflanzenschnitt sind aus diesem Buch:

 

Pflanzen Schnitt-BoxHansjörg Haas

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Buch- und Kartenformat 10 x 18 cm

Boxformat: 11,5 x 19,5 cm

Karten: ca. 52 Fotos und 110 Farbzeichnungen

Begleitbuch: ca. 28 Fotos und 22 Farbzeichnungen

16,90 € (D) / 17,40 € (A) / 29,50 sFr

ISBN 978-3-8338-1130-2

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Der Pflanzenschnitt – die Königsdisziplin unter den Gartenarbeiten! Gerade Einsteiger haben Hemmungen, die Schere an ihre liebevoll gepäppelten Kleinodien anzusetzen. Außerdem braucht jedes Gewächs – ob Frühlings- oder Sommerblüher, Kletterpflanze oder Beerenstrauch – einen speziellen Pflanzenschnitt. Und selbst wenn die Entscheidung gefallen ist, den blühfaulen Flieder vor dem Haus nun endlich einzustutzen und diverse Ratgeber gewälzt wurden: Kaum steht man vor dem Busch, befällt einen sogleich wieder die große Ratlosigkeit. Welche Triebe genau sollen gekappt werden? Wie tief unten setzt man an? Und ist momentan überhaupt der richtige Zeitpunkt für einen Pflanzenschnitt?

Mit der GU Pflanzenschnitt-BOX ist alles ganz einfach: 40 Karten in reißfester und abwaschbarer Ausstattung können mit nach draußen genommen werden und dienen während des Schnitts als Anleitung. Ein weiterer Clou: Der GU Outdoor-Klick. Das praktische Umhängesystem sorgt gleichzeitig dafür, dass man die Hände zum Schneiden frei hat. Die Karten lassen sich einfach in den Ring einfädeln. Man trägt sie mit einem langen Umhängeband um den Hals oder befestigt sie mit einem kurzen Band an der Gürtelschlaufe.

40 Karten erklären den Pflanzenschnitt der gängigsten 30 Zier- und zehn Obstgehölze inklusive Rosen, Hecken- und Formschnitt in leicht nachvollziehbaren Anleitungen. Ein Farbleitsystem zeigt, welche Arbeitsschritte beim Schnitt sinnvoll aufeinander folgen. Das Begleitbuch informiert über alle wichtigen Grundlagen rund um den Pflanzenschnitt, zeigt häufige Schnittfehler und umfasst einen Schnittkalender.

Hansjörg Haas studierte nach seiner Ausbildung zum Gärtner an der TU München-Weihenstephan Gartenbauwissenschaften. Seit 1992 ist er Fachberater für Obst, Gartenbau und Landespflege. Er gibt Praxiskurse, hält Vorträge und ist auch als Gutachter tätig. Daneben veranstaltet er Gartenreisen und ist Autor von vier weiteren Schnitt-Ratgebern.

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