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Rosenmode und Moderosen

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Die Rose ist zeitlos und doch den Strömungen der Zeit unterworfen. Wie gehen die Züchter damit um? Bei Rosen Tantau im schleswig-holsteinischen Uetersen setzt man auf Nostalgie-Rosen – und auf Sorten für kleine Gärten.
Die Rose ist zeitlos und doch den Strömungen der Zeit unterworfen. Wie gehen die Züchter damit um? Bei Rosen Tantau im schleswig-holsteinischen Uetersen setzt man auf Nostalgie-Rosen – und auf Sorten für kleine Gärten.

Die Rose war und ist in ihren einzelnen Ausformungen, vor allem während der vergangenen zweihundert Jahre, doch auch immer den wechselnden Strömungen der Zeit unterworfen. Keine andere Blume spielt in der Kulturgeschichte der Menschheit eine so bedeutende Rolle wie sie.

Schon immer kam ihr in der Literatur, in Legenden und Sagen, in der Kunst und in der Mode eine besondere Bedeutung zu. Dabei war ihre Funktion nicht immer dieselbe.

Moderosen

Natürlich liebte man sie jederzeit und in allen Kulturen wegen der Schönheit und des Duftes ihrer Blüten. Aber sie wurden schon früh nicht allein als Gartenpflanzen gezogen. In der römischen Republik kultivierte man Rosen als Heilpflanzen und zur Herstellung von Rosenöl und Rosenwasser, wenngleich die Parfümherstellung aus Rosen vermutlich sehr viel früher in Persien ihren Ursprung hat. Im antiken Rom wurde zudem mit Rosen gekocht. Rezepte aus jener Zeit beschreiben, wie man mit Rosen ganze Mahlzeiten zubereiten und Wein verfeinern kann.

Doch im Römischen Reich wurde die Rose auch zu einem Massenartikel. Für die ausschweifenden Rosenfeste des Adels wurden die Anbauflächen derart ausgeweitet, dass kaum mehr Platz für den lebensnotwendigen Getreideanbau zur Verfügung stand. Zu jener Zeit begann der einzige Karriereknick der Pflanze. Die Orgien der Römer bescherten ihr bis ins Mittelalter hinein einen zweifelhaften Ruf. Ihr Comeback verdankt sie schließlich Karl dem Großen. In seiner Landgüterverordnung aus dem Jahre 812 führte er alle Pflanzen auf, die fortan in den Reichsstädten anzubauen waren, unter anderem die Rose. Freilich wurde sie zunächst als Heilpflanze geschätzt. Mit den Kreuzrittern kamen neue aufregende Arten aus dem Orient nach Europa, die ersten Damascenas und Gallicas. Aber erst als die Kirche sich der Rose als Sinnbild der Heiligen Mutter Gottes bemächtigte, war sie rehabilitiert und wurde in der bildenden Kunst wie in der Literatur und Architektur verewigt.

: ‘Augusta Luise’ ist eine hervorragende Schnittblume, macht sich aber auch gut im Beet, hier mit Salvia nemorosa ‘Ostfriesland’.
‘Augusta Luise’ ist eine hervorragende Schnittblume, macht sich aber auch gut im Beet, hier mit Salvia nemorosa ‘Ostfriesland’.

In der Renaissance und später im Barock wurden Rosen vermehrt in den Gärten kultiviert. Aber erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts nahm die Rosenzüchtung Fahrt auf. Zu dieser Zeit trug Kaiserin Josephine in Malmaison die größte Rosensammlung ihrer Zeit zusammen und ließ ihre Gärtner auch in für damalige Verhältnisse großem Stil züchten. Weiteren Auftrieb erhielt die Zucht mit dem Einzug chinesischer Rosen, deren Einkreuzung mit europäischen Sorten im Jahre 1867 die erste mehrfach blühende Rose, die legendäre ‘La France’, hervorbrachte, ein Meilenstein in der Geschichte der Rosenzucht. Seither ist die Rose das, was ihr die griechische Dichterin Sappho bereits um 600 v. Chr. bescheinigte, die unumstrittene »Königin der Blumen«.

Die Suche nach der perfekten Rose

Und heute? Nach wie vor sind alle Rosenzüchter auf der immerwährenden Suche nach der perfekten Rose, und die muss nach den Maßstäben zumindest aller deutschen Züchter neben anmutigen Blüten vor allem gesundes Blattwerk aufweisen. »Gesundheit ist ein Muss«, bestätigt auch Christian Evers, Chef von Rosen Tantau mit Sitz im schleswig-holsteinischen Uetersen. Darüber hinaus setzt jeder der Profi s eigene Schwerpunkte. Bei Tantau werden zum Beispiel traditionell auch Freilandschnittrosen für professionelle Schnittblumengärtnereien selektiert; ein Zweig der Zucht, der sich letztlich aber auch im Privatverkauf rentiert.

Alle Texte und Bilder sind aus diesem Buch:

 

©  Bieker/Romeis BLV

Rosen sind LeidenschaftRosen sind Leidenschaft!

Marion Lagoda, Ulrike Romeis, Josef Bieker

Die Geheimnisse echter Rosenkenner

180 Seiten

220 Farbfotos, 25.8 x 30.1 cm,

laminierter Pappband mit Schutzumschlag

ISBN: 978-3-8354-1319-1

39,99 € Preis inkl. MwSt.

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